IM UMBRUCH

Bau-Fortschritt im Park ohne Gärtnerhaus, Baumverlust am Herrenbach (Fotos: Freundeskreis Gärtnerhaus im Park)

Erhalt statt Abriss!

Die Reese-Kaserne in Augsburg-Kriegshaber ist das letzte erhaltene Ensemble seiner Art in der Stadt!

• knapp 2 Jahrhunderten Historie

• mehr als ein halbes Jahrhundert prägender Augsburger Stadtgeschichte

• wichtiges und einzigartiges Zeitzeugnis

•  Ort voller Leben und Erinnerungen

Hier lebten, arbeiteten, studierten Generationen von Amerikanern, fanden Augsburger Jobs und Freunde, gab es und gibt es unzählige Vernetzungen, Erinnerungen, Geschichten, Erlebnisse. Ein wertvoller und unersetzlicher Mosaikstein in unserer langen und bedeutenden Stadthistorie.

Soll all dies untergehen, für immer verloren werden? Oder schafft es Augsburg, diesen so bedeutenden Teil seiner neueren Stadtgeschichte für die Zukunft zu bewahren? Diese gewachsenen Strukturen für Augsburger wie Besucher lebendig zu erhalten, durch Umnutzung und achtsame Ergänzung in die Zukunft zu führen?
Den Ort als zeitgeschichtliches Zeugnis zu erhalten, zu ermöglichen die Geschichte abzulesen?

Umformung und Neunutzung – aber unter Beibehaltung der letzten noch erhaltenen Bestandsgebäude und des historischen Appell- und Exerzierplatzes.

Ein letztes Areal, an dem man auf engem Raum Geschichte erfahren bzw. nachvollziehen kann, das aber zugleich das ´historische Herz´ eines gerade neu entstehenden Viertels werden kann. 
Die noch stehenden Gebäude, die laut rechtskräftiger Planung zum Abriss vorgesehen sind, sind die ehemalige Offiziersmesse, die Sporthalle, später Kino, die Kradhalle mit daneben liegenden Fahnenplatz der Amerikaner, drei Soldaten-Wohnunterkünfte mit den typischen amerikanischen Feuertreppen.(dies könnten z.B. sehr gut in wirklich kostengünstige Wohnungen umgewandelt werden)
Ein kleines Areal von geringen Ausmaß, den ehemaligen Appellplatz umstehend, mit schönem Baumbestand. Ein idealer Platz um der Quartiersplatz zu werden, ein öffentlicher Raum in einem neu wachsenden Stadtviertel, Platz für Feste, Märkte, Veranstaltungen, aber auch einfach für die neuen Viertelbewohner für Begegnung und Aufenthalt; ´Forumscharakter´

(jedes einzelne der genannten Gebäude soll abgerissen werden und der auch der historische Exerzierplatz komplett überbaut werden)

Ein einzigartiges Potential – wäre es nicht wunderbar, sogar zwingend angemessen, dies den künftigen Generationen zu bewahren und zu übergeben?

Die Amerikaner und die Augsburger Bevölkerung haben Jahrzehnte einer gemeinsamen Geschichte. Arbeit, Freundschaften, Liebe, Nachbarn….
hier ist dies noch erlebbar, hier kann man den Kontext eines Militärareals mit all seiner mehr als 150-jährigen Geschichte, die bis ins bayerische Königsreich zurückgeht, noch ablesen, hier kann man Geschichte und die Verknüpfung bis in den Alltag der Augsburger Bevölkerung noch deutlich spüren. All die anderen amerikanischen Kasernen in unserer Stadt sind bereits untergegangen und nahezu vollständig ausgelöscht worden.

An diesem Standort, bei der Reese-Kaserne, könnte man auf kleinstem Raum diese Epoche der Augsburger Geschichte nachvollziehbar halten und zugleich innovativ, in die Zukunft überführen.

Respekt und Achtung vor der über 50-jährigen gemeinsamen Geschichte und ein sorgsamer Umgang mit diesem Erbe sollten wichtiger sein, als mehr als 15 Jahre alte Bebauungspläne, die man jederzeit ändern könnte, wenn gesellschaftlich und politisch gewollt.

Wir möchten Sie darum bitten, sich mit uns für einen Erhalt dieses kleinen noch verbliebenen allerletzten amerikanischen Kasernenareals einzusetzen.

Verfolgen Sie unsere Bemühungen auf den Seiten (hp oder fb) der Initiative Freundeskreis ´gaertnerhaus-im-park´, schreiben Sie uns eine mail hallo@gaertnerhaus-im-park.de, unterstützen Sie uns durch Ihr Interesse oder gar Mitarbeit.

Vielen Dank,
Alex Blümel

Volksbegehren für Artenvielfalt
nur vom 31.01. – 13.02.2019!

Mit dem Volksbegehren „Artenvielfalt“ soll das bayerische Naturschutzgesetz geändert werden, um den Schutz der Natur wesentlich zu verbessern und damit den weiteren Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten. Der Naturwissenschaftliche Verein für Schwaben beobachtet und dokumentiert seit 170 Jahren den Zustand der Natur in Schwaben. Auch in Schwaben ist ein Rückgang von Tier- und Pflanzenarten, der sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt hat, unbestreitbar. Der Vorstand des Naturwissenschaftlichen Vereins hat deshalb beschlossen, das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ zu unterstützen, da die Förderung des Arten- und Biotopschutzes einen zentralen Punkt der Vereinssatzung darstellt.

Was will das Volksbegehren konkret erreichen?

  • Schutz von artenreichem Dauergrünland

In unseren Wiesen blühen keine Blumen mehr. Heuschrecken, Zikaden, Schmetterlinge oder Bienen finden dort keine Nahrung und keinen Lebensraum. Um diesen Trend aufzuhalten müssen wir die letzten artenreichen Wiesen schützen.

  • Schutz der Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft

Der massive Rückgang der Arten der Agrarlandschaft liegt auch am Verlust der Kleinstrukturen. Ackerraine, Lesesteinhaufen, Natursteinmauern und Totholzhaufen wurden entfernt, um Wirtschaftsfläche zu gewinnen. Dadurch verschwanden Eidechsen, Wildbienen, Hummeln und Ackerwildkräuter. Aber auch Rebhuhn und Feldhase finden immer weniger Deckung und Unterschlupf. Diesem Ausräumen der Agrarlandschaft muss entgegengewirkt werden, um nicht noch mehr Artenvielfalt zu verlieren.

  • Gewässerrandstreifen

Die Gewässerrandstreifen sind entscheidend für die Verbesserung der Qualität der Fließgewässer. Sie sind Pufferstreifen gegenüber dem Eintrag von Nitrat, Pestiziden und schützen vor Bodeneintrag, der die für die Fische und Wasserinsekten enorm wichtigen Kiesbänke verschlammt.

  • Mehr Ökolandbau für Bayern

Ökolandbau ist nachgewiesenermaßen wesentlich naturschutzfreundlicher als konventioneller Landbau. Insbesondere der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und der deutlich geringere Düngereinsatz kommt dem Arten- und Biotopschutz zu Gute.

  • Schutz von Streuobstbeständen

In den letzten 30 Jahren haben wir pro Jahr 100 000 Streuobstbäume in Bayern verloren. Damit verschwinden alte Kultursorten beim Obst, die häufig stabiler gegen Krankheiten, Schädlinge oder die Klimaerwärmung sind. Es verschwinden aber auch wichtige Nektarquellen für Bienen und andere Insekten und wichtige Höhlenlebensräume für seltene Vogelarten wie Steinkauz oder Wendehals. Es verschwindet auch Kulturlandschaft, die den touristischen Reiz einer Region ausmacht.

  • Besserer Biotopverbund

Viele Lebensräume sind in Bayern bereits Inseln in einer ausgeräumten Agrarlandschaft. Die Populationen vieler Tierarten können sich dadurch nicht mehr ausbreiten. Mit einem besseren Biotopverbund sollen Strukturen geschaffen werden, die diese Lebensräume wieder vernetzen und Barrieren, wie mehrspurige Straßen, überwinden helfen.

Was muss ich tun, um das Volksbegehren zu unterstützen?

Zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 mit Ausweis in das Rathaus am Wohnort gehen und sich für das Volksbegehren eintragen.

Die Öffnungszeiten während der Eintragungsfrist finden Sie hier: https://rathausfinder.volksbegehren-artenvielfalt.de/

Motivieren Sie auch Familie, Freunde, Kollegen und Bekannte mit ihrer Unterschrift im Rathaus das Volksbegehren zu unterstützen.

(Quelle: Bund Naturschutz in Bayern, Ortsgruppe Augsburg)

Ja, wir wissen es!“

Das Gärtnerhaus ist abgerissen! Das Heizhaus mit den Treibhäusern auch!

Schrecklich und bedauernswert, dass dies trotz so vieler Proteste und entgegen unzähliger Bürger gemacht wurde, die sich so sehr einen Erhalt dieses kleinen Juwels für uns und künftige Generationen und dessen Einbindung in das neue Wohnquartier gewünscht hätten.

Warum hören wir jetzt nicht einfach auf?
Weil wir uns weiter u.a. mit dem Bund Naturschutz dafür einsetzen, dass diese Arten- und Biotopschutzfläche nicht unnötig stark reduziert wird, weil wir möchten, dass im Textilviertel weiter ein alter historischer Park in größtmöglichem Umfang bestehen bleibt, weil wir möchten, daß mehr Natur erhalten bleibt, als ein Stückchen Wald mit einem Weg durch und hausmeistergepflegte Grünflächen zwischen oder an Neubauten.
Auch einige noch vorhandene schöne, von der Geschichte des Areals zeugende, Bestandsgebäude sollten erhalten werden, statt für Neubauten mit Flachdächern zu weichen! Altes bewahren und Neues hinzufügen!

Weil wir möchten, daß man aus genannten Gründen Alternativplanungen eine Chance gibt, überdacht zu werden. Hierzu könnt Ihr einige Bilder auf unseren Seiten sehen, wie es mit anderer Bauplanung aussehen könnte. dies sind nur drei Möglichkeiten von Dutzenden.

Wir wünschen uns die Offenheit, die vorgesehene und durch Stadtratsbeschluss rechtskräftige Bebauung zu überdenken. Ein Bauherr kann immer noch von seinen eigenen Planungen abweichen und umändern. Kein Gesetz würde ihn daran hindern.

Im Sinne von Nachhaltigkeit, Innovation, fantasievollem Bauen, Mut zu Visionen, zukunftsorientiert,
an den Bedürfnissen von morgen und übermorgen ausgerichtet!!

(A.B.) Freundeskreis Gärtnerhaus im Park

Stellungnahme des Bund Naturschutz, Ortsgruppe Augsburg e.V
vom 02.08.2016

Stadtratssitzung am 28.7.2016 oder
Öffentlichkeitsbeteiligung als Alibi-Veranstaltung
Bebauungsplan Nr 461 „Südlich der Nagahama-Allee“

Unter dem TOP 24 wurde über die Bebauung im Martini-Park abgestimmt.
Mit Ausnahme der Ausschussgemeinschaft aus Freien Wählern, ÖDP, die Linken und Polit-WG haben alle Parteien dem Bebauungsplan ohne Änderungswünsche zugestimmt. Von Seiten des Baureferenten wurde in der Sitzung auch auf die Einwände des BN eingegangen.

Dabei wurde ins Feld geführt, dass der Planungsprozess nun schon zwei Jahre dauert und da hätte sich der BN eben früher melden müssen.
Die Einwendungen des BN im offiziellen Beteiligungsverfahren wurden aber fristgerecht eingereicht!

Wenn das nicht rechtzeitig ist, dann ist die Öffentlichkeitsbeteiligung des Stadtplanungsamtes sinnlos. Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist eine lästige gesetzliche Pflicht, die Stadt hat aber nicht die Absicht, einen Strich an der Planung zu verändern.

Nein, dieser Bebauungsplan fiel nicht vom Himmel. Schon im September 2014 hat der BN darauf hingewiesen, dass die Bebauung weiter vom Baumbestand wegrücken solle. Das hat die Stadtplanung nicht davon abgehalten, eine Tiefgarage im Wurzelbereich von 2 großen Bäumen als unproblematisch einzustufen. Die Fa Martini wird sich verpflichten, diese Tiefgarage „wurzelschonend“ zu verwirklichen, hieß es im Bauausschuss. Wer glaubt nach der Fällung der Bäume in Göggingen ernsthaft, dass Bauarbeiten im Wurzelbereich kein großes Risko für Bäume darstellen?

Wir vom Bund Naturschutz hätten uns gewünscht, dass die Befürworter des Projektes sachliche Argumente angeführt hätten. Der einstmals große Martini-Park wird als Mini-Park erhalten – und die Stadt lobt sich dafür. Eine ehrliche Diskussion um den Wert eines historischen Ensembles mit wertvoller, innerstädtischer Grünfläche sähe anders aus.

Der Bund Naturschutz setzt sich ein für eine lebenswerte Stadt, mit Phantasie, Kreativität, Artenvielfalt, sauberer Luft, Aufenthaltsqualität und gutem sozialem Miteinander.

Für den Erhalt des Reese-Areals!
Wir suchen engagierte Mitstreiter*innen,
um wertvolle Stadtgeschichte zu erhalten.
Kontakt: hallo@gaertnerhaus-im-park.de

So können Sie uns unterstützen:

• Besuchen Sie unsere Infoveranstaltungen,

• informieren Sie Freunde und Bekannte,

• kontaktieren Sie Ihren Stadtrat, den OB oder uns.

Ihr persönlicher Einsatz trägt zu einem schönen, für uns alle lebenswerten Augsburg bei.

Freundeskreis Gärtnerhaus im Park

vertr. d. Irene Kuhn
hallo@gaertnerhaus-im-park.de

Mehr Info bei unseren Partnern

BUND Naturschutz
in Bayern e.V.

Ortsgruppe Augsburg
Tel. 0821 / 3 76 95
bn-augsburg.de

Fachforum Nachhaltige
Stadtentwicklung

nachhaltigkeit.augsburg.de

Bürgeraktion Pfersee
pfersee.de